claudemuller

Ein paar bescheidene Worte über mich…

Als wenn ich mich schon jemals hätte kurz fassen können!

Hallo lieber Leser, Besucher, Interessent, Verrückter… wie auch immer. Danke dass Du hier bist!

Diesen Text hier musst Du nicht lesen!

Genau, Du hast richtig verstanden! Du wirst Dich sicher nicht schlechter fühlen wenn Du jetzt einfach weiter klickst!

Aber!

Wenn Du neugierig bist wie meine Sicht der Dinge so ist. wenn Du wissen willst was mir auf dem Weg zu meiner heutigen Erkenntnis so alles passiert ist, dann lies einfach weiter und lass Dich unterhalten oder bestenfalls sogar inspirieren. Wer weiss?

Vielleicht findest Du in meiner Geschichte auch ein wenig Dich selbst, denn wir alle sind uns in vielen Dingen sehr ähnlich. Ich habe mir Mühe gegeben und das Ganze etwas unterhaltsam gestaltet damit es sich besser liest.

Dann mal los!

Vorwort

Damals als die Welt noch unkompliziert war

Ich bin Jahrgang 1975 und wurde in eine Welt der Schlaghosen und skurrilen Möbel hinein geboren.

Was damals alles so abging?

Das war vielleicht eine verrückte Welt, Ihr werdet’s kaum glauben wollen!

War man abends noch lange genug wach, dann sah man im Fernsehen das Testbild. Nee! Ihr wisst nicht was das ist? Hier könnt Ihr Euch das Testbild von 1983 vom ZDF anschauen.

Telefon, ja, hatten wir auch… Wollte man jemanden anrufen, nun… dann nahm man einen hantelförmigen Hörer der auf einer Art Gabel lag und wählte die jeweilige Nummer mit… und jetzt kommt’s… einer Scheibe mit Löchern! Was! Noch nie gesehen? Na dann schaut mal hier.

Unsere CD’s waren schwarz und hatten Rillen und man nannte die Dinger einfach Schallplatten. Richtig, keine neudeutsche Bezeichnung sondern einfach nur „Schall“ und „Platte“ in einem Wort. Und wir liebten das Kratzen und Knistern beim Hören der Musik, denn es gehörte einfach dazu.

Selfies hiessen damals Polaroid. Fotos klebte man nicht in die Cloud sondern ins Fotoalbum. Wollte man welche davon taggen, dann nahm man einen Kugelschreiber und das war’s.

Siri hiess damals Mom und die brachte uns auch noch zu Fuss zur Schule. Dort brachte man uns all die Dinge bei die wir heute eh schon wieder vergessen haben! Naja, zum Glück gibt’s jetzt Google, falls uns mal ein wichtiges Detail aus dem 30-jährigen Krieg partout nicht wieder einfallen will.

Zum Spielen gingen wir statt mit Smartphone, Headphones und Drohne ausgestattet einfach nur mit dem Fahrrad nach draussen. Meist machten uns dabei so richtig schmutzig, schlugen uns die Knie und Ellenbogen auf und waren selten vor dem Abendessen wieder zu Hause.

Nun, das hier soll kein „Früher war alles besser“ Geschwafel werden. Was ich damit sagen will ist, unsere Kindheit war schön und langweilig wurde uns selten. In 2017 zu leben und den rasanten Fortschritt miterleben zu dürfen hat selbstverständlich auch seinen Reiz.

Mittendrin – Der Kampf mit dem eigenen Selbst

 
Ich hätte es gerne „Chronologie einer Pathologie“ genannt, aber die Idee dazu hatte Tim Ferriss bereits in der 4 Stunden Woche als er seine eigenen Meilensteine auflistete. Da denk ich mir dann doch was eigenes aus.
 
Ich habe mir mal Gedanken gemacht und spontan ein paar Punkte nieder geschrieben. Falls Du mich, lieber Leser, etwas besser kennen lernen möchtest dann bitteschön:
  • 1975

    Ich kam an einem Montag im Juni gegen halb eins nachmittags zur Welt. Wir hatten leichten Regen an dem Tag aber immerhin auch 6 Stunden Sonne. Nun ja, was das Wetter betrifft war es ein ganz normaler Tag.

  • 1977

    Ich kämpfe tagelang mit der Frage wo die Welt aufhört und die Mauer steht in die Alle reinlaufen wenn sie nicht aufpassen. Nach vielen eindringlichen Fragen erfahre ich von meinen Eltern dass wir alle auf einer verdammt grossen Kugel leben. Na toll! Aus einer Frage waren nun ein ganzes Dutzend geworden und Da ich noch nicht lesen konnte und es damals auch noch kein Google gab, legte ich das Thema vorerst auf Eis.

  • 1979

    Mitte September werde ich zum ersten Mal  eingeschult! Damals war die Ortschaft von heute noch ein Dorf was bedeutete dass alles klein gehalten war. Kleine Schule, kleine Klassen mit übersichtlich vielen Kindern und meistens auch zwei Jahrgänge in einem einzigen Saal. Mein Gott, wo war ich da bloss gelandet.

  • 1980

    Die Frage mit dem Ende der Welt liess mir zwar immer noch keine Ruhe, hinderte aber andere nicht daran daneben auf den Plan zu treten. Ich war immer noch auf der Suche nach meiner persönlichen GUT (Grand Unified Theory).

    Diesmal fragte ich mich allerdings wo der Himmel beginnt? Nach einer Antwort suchte ich weniger philosophisch als nüchtern in ungefähr so: Wenn ich 100 Packungen Kekse staple, reicht das dann bis in den Himmel? Auch hier wollte mir niemand so recht drauf antworten.

  • 1981

    Ich lerne meine erste Fremdsprache: Deutsch! Wieso eigentlich? Die lernt man doch bei uns im Fernsehen und da das Luxemburgische eh ein Ableger der Deutschen Sprache ist fühlt es sich nicht mal wie lernen an.

  • 1982

    Meine Mutter kommt vom Einkaufen nach Hause und ruft mich zu sich in’s Wohnzimmer. Sie hält mir ein Spielzeug vor die Nase das mein Leben ab dem Tag prägen sollte.

  • 1983

    Dann kommt die zweite Fremdsprache: Französisch! Was ich mit frühkindlicher Begeisterung kaum erwarten konnte, wurde aber schnell zur bitteren Realität! Französisch ist alles andere als eine leichte Sprache und es folgten Jahre mit vielen tausend Stunden an denen Verben und Vokabeln gepaukt werden mussten.

  • 1987

    Ergebnis des schulpsychologischen Gutachtens: Könnte eine Karriere als Arzt anstreben! Wieso also halten mich alle für dumm oder faul oder beides? Liegt wahrscheinlich daran dass mich die Schule generell immer gelangweilt hat und ich das meiner Umwelt auch immer offen vermittelt habe.

  • 1989

    Jetzt bekamen sie mich offiziell dran. Ich hatte das erste Jahr im Gymnasium gleich zweimal verhauen und musste daraufhin die Schule wechseln. Blöd gelaufen! Lag in jedem Fall nicht daran dass ich in der Zeit fortwährend Heavy Metal gehört habe. Zumindest hatte ich musikalisch meine Bestimmung gefunden die in zwei Jahren den Anfang für etwas Grosses einleitet.

  • 1990

    Auf dem technischen Gymnasium lief es dann besser. Ich lerne auch gleich meine dritte Fremdsprache: Englisch (Wer sich jetzt wundert… ist für Luxemburg nichts besonderes dass man in seiner schulischen Laufbahn mindestens 3 Fremdsprachen lernt)! Ja, endlich Englisch… die für mich absolut coolste Sprache, allerdings, Grammatik ist scheisse.

  • 1991

    Ich beschliesse Karriere als Musiker zu machen und kaufe mir meine erste Gitarre (Jaja, Metal sei dank wurde hier ein persönlicher Grundstein gelegt). Ab jetzt übe ich mindestens 4 Stunden am Tag. Der Rest konnte mir zu dem Zeitpunkt gestohlen bleiben. Ich haue in einem Jahr jedes Notenbuch von Metallica durch was mir in die Finger kommt. Ich hatte endlich eines meiner Talente entdeckt.

  • 1992

    Tag der offenen Tür in der Kunstschule in der Hauptstadt. Ich höre laute Musik aus der Sporthalle, dort spielt gerade eine Metal Band… alles Schüler! In meinen Herzen wusste ich… „Hier muss ich hin!“ Ich werde Künstler, das ist eh cooler als der ganze Rest.

  • 1996

    Nach vier Jahren destruktiver Kritik an dem was mir wirklich Spass macht (Grafik, Design und Kommunikation) stehe ich vor meiner ersten Identitätskrise. Mittlerweilen bin ich auch noch Bassist einer Heavy Metal Band. Hatte sich so ergeben… das mit dem Bass meine ich. Die Krise besteht in ernsten Zweifeln an meiner schulischen Orientierung und ich reagiere darauf wie bereits in den Jahren zuvor mit bewusstem Verdrängen und Nörgeln.

  • 1997

    Ich schmeisse die Kunstschule hin, mache eine Lehre zum Bauzeichner (ironischerweise aber auf der gleichen Schule) und lasse mir einreden dass ich mein Ding gefunden hätte. Mit 23 noch an der Schule trete ich eine Lehrstelle an und verdiene mein erstes Geld. Endlich unabhängig… von wegen!

    Im gleichen Jahr werde ich noch Gitarrist einer Punkband mit der ich die kommenden beiden Jahre unzählige Auftritte in Deutschland, Frankreich, Spanien, Belgien, Österreich und der Schweiz habe. Trotz noch immer währender Identitätskrise war das rückblickend eine ziemlich geile Zeit. Ich hatte da schon so eine Ahnung was ich werden könnte…

  • 1998

    Die Band in der ich als die Rolle als Bassist abgebe bekommt einen Gig als Support Act von Motörhead. Ein sehr prägendes Erlebnis in meiner musikalischen Karriere (abgesehen von dem 3-tägigen Hörsturz von dem ich mich glücklicherweise wieder erholt habe). Immerhin durften wir vor 1.000 Leuten spielen von denen kein einziger wegen uns da war. Obwohl niemand wegen uns da war, lief die Show ganz gut. Wie gesagt, ein prägendes Erlebnis und eine sehr wertvolle Erfahrung.

  • 1999

    Mit einem Kumpel schmiedete ich Pläne wie wir schnellstmöglich die Weltherrschaft an uns reissen können. Nach ein paar Stunden Brainstorming und Bier beschliessen wir eine Konzertagentur zu gründen und unser eigenes Bier zu brauen. Parallel nehme ich einen Job mit befristetem Vertrag an denn meine Lehrzeit war bereits vor 3 Monaten beendet worden.

  • 2000

    Nach 18-monatigem befristetem Arbeitsvertrag und 5 Monaten Zwangspause habe ich mich dann pünktlich zum 1 September selbst in’s Hamsterrad katapultiert. Ich fand mich im öffentlichen Dienst wieder und hielt das derzeit für das Beste was mir zustossen konnte. Schliesslich will das doch jeder und ich darf mich glücklich schätzen einen gut bezahlten Job zu haben.

    Ende 2000 dann das grosse Fazit dieser Sache mit der Weltherrschaft. 2 geglückte Konzerte, 1 Reinfall der mich meinen ersten Monatslohn im öffentlichen Dienst kostete und die Sache mit dem Bierbrauen verlief ebenfalls nach zwei Versuchen im Sand. Der Traum der eigenen Konzertagentur mit angeschlossener Brauerei platzte wie eine Seifenblase. Mist!

  • 2001

    Mein Vater beschliesst dass es an der Zeit ist dass ich auf eigenen Beinen stehe. Obwohl wir im gleichen Haus leben, sehen wir uns manchmal wochenlang nicht. Als ich einmal über’s Wochenende weg fahre, wechselt er zu Hause sämtliche Schlösser. So schliesst sich ein Kapitel auf lustige (Ironie) Weise. Höhö!

    Noch im selben Jahr gebe ich die Suche nach DER Traumfrau auf und… nun, ich begegne zur eigentlich falschen Zeit und so gesehen auch am falschen Ort die Beste Frau der Welt. Manchmal nehmen die Dinge einfach ihren Lauf wenn man aufhört Druck aus zu üben. Damit begann ein neuer Abschnitt in meinem Leben.

  • 2007

    Das Hamsterrad hat sich die letzten 7 Jahre unaufhaltsam weiter gedreht. Doch in diesem Jahr beginnt wieder ein neuer Abschnitt in meinem Leben… Mein Sohn kommt zur Welt und ich werde (logisch) zum ersten mal Vater. Eines der schönsten Dinge überhaupt.

  • 2008

    Auszeit, Elternurlaub und wir ziehen in ein Einfamilienhaus. Zum ersten Mal seit meiner frühesten Kindheit bin ich 6 Monate am Stück zu Hause. Eine sehr wertvolle Zeit die ich mit meiner kleinen Familie verbringen darf. Ich schnuppere zum ersten Mal in meinem Leben den Duft von Freiheit und Selbstbestimmtheit.

  • 2009

    Zurück in’s Hamsterrad. Ich werde immer unzufriedener und stelle auch mittlerweile fast alles in Frage. Allerdings bin ich mir keiner Alternativen bewusst. „Schlussendlich müssen wir doch und haben keine andere Wahl“ ist das Credo der Gesellschaft. Dass man im Leben immer eine Wahl hat sollte mir erst in ein 5 Jahren bewusst werden. Das habe ich dann sofort in einem Buch fest gehalten.

  • 2010

    Kopf- und Nackenschmerzen sind inzwischen an der Tagesordnung. Ich liege spät abends im Bett, bin todmüde und kann nicht einschlafen weil meine Gedanken wie ein Schwarm Moskitos um meinen Kopf kreisen. Der Gedanke an die kommenden beruflichen Jahre macht mich regelrecht depressiv. In was für eine scheiss Falle bin ich eigentlich hinein getappt.

    Im April war es dann so weit. Die ersten körperlichen Symptome zwingen mich in die Knie. Regelmässig plagen mich die tollsten Kopfschmerzen und ich bin fast alle 14 Tage beim Arzt wegen irgend einer schleppenden Krankheit. Doch dann geschah etwas Wunderbares…

    Ich konnte innerhalb meiner Tretmühle die Abteilung wechseln und konnte meine allgemeine Einstellung zur Arbeit revidieren. Man kann auch gerne zur Arbeit gehen, so lange man einen Sinn in dem sieht was man tut. Endlich durfte ich wieder lernen wie es ist wenn man eine Perspektive hat.

    Von dem Moment an beginne ich einige wichtige Bücher zu lesen die meine Leben komplett auf den Kopf werfen und mich mit dem Virus der Freiheit infizieren. Die nun kommenden Jahre sind geprägt von Selbstreflexion, Erkenntnis und der Gestaltung einer Zukunft nach meinen eigenen Plänen. Ich hatte es einfach satt mich immer herum schubsen zu lassen.

    Im Oktober kam meine Tochter zur Welt und ich durfte das Glück von vor 4 Jahren gleich nochmal erleben. Es ist ein schönes Geschenk wenn man 2 gute und gesunde Kinder, aber auch einen guten Partner an seiner Seite hat. An dem Punkt danke ich meiner Frau die mich in allem unterstützt. Was das Wichtigste überhaupt ist, sie erträgt alle meine Ideen, Macken und wie ich nun mal so bin. Dank Dir!

  • 2011

    Aufgrund meinem beruflichen Wechsel hatte ich etwas mehr Zeit als sonst. Es gibt halt Mühlen die sehr langsam mahlen und ich verschwende generell nicht gerne wertvolle Lebenszeit. Übrigen ist die Lebenszeit das wertvollste aller Geschenke das man uns mit auf den Weg gegeben hat. Daher sollte man weise damit umgehen und sich weg bewegen von Dingen die entweder uninteressant oder schlecht sind.

    „Was könnte ich also in den nächsten Jahren so mit meinem Leben anstellen? Also spontan würde ich mal versuchen Geld im Internet zu verdienen. Wieso? Weil ich damit Freiheit und Selbstbestimmtheit verbinde.“ Nur… wie macht man das?

    Ganz klassisch gebe ich „Geld verdienen im Internet“ bei Google ein und bin erstaunt wie viele Menschen wohl das gleiche Problem hatten und mir sofort dabei helfen wollen reicht zu werden. Ja, Du kennst das lieber Leser, aber irgendwo sollte man schon anfangen.

    Im Juli wurde ich mit einem Bruch operiert und war 3 Wochen zu Hause. Eine Zeit die ich dazu genutzt habe mich in’s Thema Internet einzuarbeiten. Meine erste Website entsteht und somit auch die immer fortwährende Reise auf der ich mich heute noch befinde.

  • 2012

    Meine Website entwickelte sich beständig weiter. Gut, für heutige Verhältnisse war sie grauenhaft, aber ich hatte zum ersten Mal etwas was wirklich von mir stammte. Ich hatte eine weitere grosse Leidenschaft entdeckt die meine Zukunft in eine andere Bahn bringen sollte.

    In dem Jahr belegte ich noch ein Fernstudium zum zertifizierten Webdesigner und beschloss ausserdem ein Buch zu schreiben.

  • 2013

    Ich erfahre aus der Zeitung dass ein Freund aus meiner Kindheit einen tödlichen Motorradunfall hatte. Du fragst Dich jetzt vielleicht wiese ich davon in der Zeitung las? Mein Freund hatte einen Job der ihn um die halbe Welt reisen liess und manchmal war er Monate lang im Ausland. Ein solch tragisches Erlebnis prägt einen und lässt einen über Zweck, Bestimmung und Selbstverwirklichung nachdenken, ob man nun will oder nicht.

    Ich beschliesse endlich ein Buch zu schreiben und auch damit an zu fangen. Das ist mit das Schwierigste, überhaupt mal den Arsch hoch kriegen und endlich anfangen. Meinem verstorbenen Freund will ich mein Buch widmen.

  • 2014

    Die Arbeit an meinem Buch nimmt einen zentralen Punkt in meinem Leben ein. Ich erfahre wie es ist von etwas besessen zu sein. Ich lerne eine wichtige Lektion die ich unbewusst schon ein paar mal in meiner Vergangenheit angewandt hatte: Erfolg kann man nur durch Beharrlichkeit erreichen. Allerdings muss man den Erfolg vorher klar definieren, denn für jeden Menschen auf der Welt bedeutet er was anderes.

    Nach einem Jahr habe ich mein Buch endlich fertig. Du hast dich nicht verlesen, ein JAHR! Es ist in der Tat ein spezielles Buch und eigentlich sind sogar zwei draus geworden. Wenn Du neugierig bist, schau einfach mal hier was draus geworden ist. Es lohnt sich.

    Am 1 September (wegen restlicher Urlaubstage eigentlich schon am 15 August) beginne ich mein Sabbatjahr. Ich konnte zu Hause bei den Kindern bleiben und wir konnten uns das Geld für die Betreuung für die kommenden 12 Monate sparen. Ich war also für ein Jahr lang Hausmann und war glücklich.

    Gegen Jahresende darf ich mein Buch in der örtlichen Bibliothek vorstellen. Ein Lokalsender besucht mich dort und ich darf auch noch in’s Fernsehen (wie gesagt ein Lokalsender und nichts Grosses, aber immerhin). Ich schliesse das Projekt zufrieden für mich ab und widme mich nun der Planung meiner neuen Zukunft. Schliesslich hatte ich mir selbst bewiesen dass man durch Beharrlichkeit alles erreichen kann was man sich wünscht.

  • 2015

    Ich nehme einen Teil meiner Verkaufserlöse und stecke diesen in eine Weiterbildung zum Kaufmann mit entsprechender Handelsgenehmigung. Wieso? Ich hatte einen Plan!

    Am 16 Juli gebe ich die Abschlussarbeit für mein Fernstudium ab und am darauffolgenden Tag fliegen wir für 4 Wochen nach Amerika. Diese 30 Tage in vollkommener Isolation des Alltags gaben mir ein einschneidendes Gefühl von Freiheit und Tatendrang. Aber… Zwei Wochen nach unserem Urlaub trat ich wieder meinen alten Job an und war sichtlich angepisst.

    Ich hatte in meinem Jahr Auszeit zwar vieles geschafft, allerdings wusste ich nich nicht genau in welche Richtung es sich bewegen sollte. Es war an der Zeit sich etwas einfallen zu lassen. Ich hatte einen Abschluss zum zertifizierten Webdesigner sowie einen kaufmännischen Grundkurs in der Tasche. Wie sollte es also weiter gehen?

    Gegen Jahresende sprach mich ein Freund wegen einer Idee an. Er wollte ein Portal zur Vermittlung einer bestimmten Berufsgruppe in’s Leben rufen und so was gab es zur Zeit noch nicht in Luxemburg. Ich fand das genial und wir legten sofort los. Wir stellten das Projekt der Handelskammer vor mit der Bitte um finanzielle Unterstützung.

    Wie bekamen deren Aufmerksamkeit und sie fanden das Projekt auch recht interessant. Allerdings kam irgendwann das Thema Businessplan und Aufgabenverteilung auf den Punkt. Hier scheiterte unser Projekt schon in seinen ersten Atemzügen. Ich will nicht sagen dass wir uns überschätzt hätten… Nein, vielmehr hatten wir neue wichtige Erkenntnisse erlangt.

    Sagen wir mal so: Der Tag meines Freundes hat auch nur 24 Stunden und er schläft ohnehin nicht viel davon und ich wollte nicht einen weiteren „Job“ haben in dem ich Dinge machen muss die mir jemand vorschreibt. Wir haben es dann schlicht und einfach sein lassen und gingen wieder zur Tagesordnung über.

  • 2016

    Im Januar fasse ich einen Entschluss: Ich, und zwar ich alleine, gründe eine Firma! Die Erkenntnis, die ich in den letzten Monaten, den letzten Jahren und während ich mein Buch geschrieben hatte erlangt hatte war: Ich kann und will nicht für andere arbeiten sondern nur für mich selbst. Na endlich!

    Ich beschliesse ein Amazon FBA Business zu gründen, eCommerce und Marketing zu betreiben und auch gelegentlich einzelne Projekte umzusetzen. Am 19 Januar hatte ich einen Beratungstermin bei der Luxemburger Handelskammer und holte mir alle nötigen Infos zur Firmengründung.

Und hier lieber Leser, hört meine Chronologie vorerst auf.

Falls Du bis hierhin durchgehalten hast, dann Respekt!

Was ich in den Jahren danach gemacht habe (ich weiss ja nicht wann genau Du diese Zeilen lesen wirst) das erfährst Du in meinen Projekten über die ich auf diesem Blog schreibe. Aber jetzt noch abschliessend ein paar (weitere) Worte, also bleib weiter dran denn gleich sind wir durch.

Nachwort – Heute und in Zukunft

Wir hatten das Glück in den letzten 2-3 Jahrzehnten einen Fortschritt miterleben zu dürfen, der – wie Steve Job’s es ausdrücken würde – eine enorme Delle im Universum hinterlassen hat.
 
Wir tragen Computer in unserer Hosentasche und sind dauerhaft mit der ganzen Welt connected. Der Planet von früher ist zum Dorf von heute geworden. Grenzen wurden überwunden und viele Dinge die damals unmöglich waren sind heute zur Selbstverständlichkeit geworden.
 
Ich liebe es in unserer heutigen Zeit zu leben und geniesse die technischen Errungenschaften die uns das 21 Jahrhundert zu bieten hat. Als einer der sich gerade noch zur Generation X zählen darf bin ich froh diesen Wandel der Gesellschaft und Technologie miterleben zu dürfen. 
 
Ich bestreite nicht dass nicht alles Gold ist was glänzt aber ich habe gelernt mir meinen Nutzen daraus zu ziehen.
 
Und nein! Die Welt ist nicht schlechter geworden. Man bekommt dank der globalen Vernetzung das Elend, das es übrigens auch schon früher in gleichem Masse gab, fast zeitgleich und vor allem ungefiltert mit. Betrachten wir das mal als einen Ihrer möglichen Nachteile.

Die Kunst der Vollendung

Du hast die Geduld und das Interesse bewiesen und hast meine Chronologie bis zum Ende gelesen. Vielleicht ärgerst Du Dich ja nun um die vergeudete Zeit. Vielleicht, aber nur vielleicht erkennst Du an meiner persönlichen Geschichte, dass die Dinge nun mal nicht immer so laufen wie sie sollten… und das ist auch gut so.

Ich habe bis heute die Hoffnung niemals aufgegeben und immer wieder gekämpft wenn ich am Boden lag. Aufgeben war für mich nämlich noch nie eine gute Option, denn wer aufgibt verliert schlussendlich auch. Die Dinge fallen einem nun mal nicht in den Schoss, man muss verdammt nochmal auch etwas dafür tun.

Irgendwann kommt der Tag der nun einmal der letzte sein wird, so traurig es auch ist. Je näher dieser Tag kommt fängst Du an über Dinge nachzudenken. Du bereust und bedauerst, blickst aber auch auf die tollen Momente zurück. Hast Du genug gelacht, geliebt und gelebt? Hast Du alle Deine Träume gelebt oder nur geträumt?

Eine australische Krankenschwester hat jahrelang Menschen beim Sterben begleitet und ihnen immer die gleiche Frage gestellt: „Was bereuen Sie und was hätten Sie in Ihrem Leben gerne anders getan?“

Weisst Du was die Top-Antwort auf diese Frage war? Nein!

„Ich wollte ich hätte mein eigenes Leben gelebt anstatt mich von den Erwartungen anderer leiten zu lassen!“ Das geht unter die Haut, findest Du nicht?

Dann kamen noch Aussagen wie: „Hätte ich nur weniger gearbeitet und wäre mit meinen Freunden in Kontakt geblieben!“ und „Hätte ich nur öfters den Mut gehabt meine Gefühle zu zeigen und mir etwas mehr Glück und Zufriedenheit gegönnt!“

Wenn das nicht mal der klare Beweis dafür ist dass wir verdammt nochmal die Pflicht haben unser Leben nach eigenen Vorstellungen zu leben?

Danke dass Du mir Deine wertvolle Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt hast.

Ich hoffe ich konnte Dich inspirieren und/oder zumindest etwas für Deine Perspektive und Weltsicht tun. Ich wünsche Dir ein glückliches und erfülltes Leben und noch weiterhin viel Spass ohne Ende.

Schliesslich hast Du hast es verdient!